27.10.2017

Interview mit dem COO der SolarisBank AG

Andreas Bittner

Können Sie sich selbst, Ihre Position bei der solarisBank und die Bank mit ein paar Worten vorstellen?

Ich bin COO und Co-Founder der solarisBank AG, der ersten Banking Plattform speziell für digitale Unternehmen. Unsere Banking-Plattform ermöglicht Lösungen, deren Implementierung in die Tech-Infrastruktur von Digitalunternehmen schnell und unkompliziert über die Solaris-API erfolgt.

 

Es gibt erste Stimmen, dass RegTechs zu einem großen Faktor in der Finanzindustrie aufsteigen könnten. Sehen Sie es auch so?

Ja, diese These unterstreiche ich. Die Digitalisierung wird gerade im Bereich Compliance und Reporting Nutzen stiften, dies zum einen wegen der Menge neuer bestehender und regulatorischer Anforderungen und zum anderen, da diese Themen zumindest bis heute nur Aufwand generieren und weniger geeignet sind, Umsätze zu steigern.

 

Können Sie sich vorstellen, dass es bei der Einhaltung und Umsetzung von regulatorischen Anforderungen Aufgaben gibt, die von RegTechs gelöst bzw. übernommen werden können?

Ja, definitiv. Siehe Antwort zu Frage 2. Da es sich um Anforderungen handelt, die mehr oder weniger für die Teilnehmer einheitlich und verbindlich sind, stellen sie kein Differenzierungsmerkmal dar. Das bedeutet Potential für eine zentralisierte, unternehmens-übergreifende Umsetzung und die dauerhafte Sicherstellung der Erfüllung dieser Anforderungen.

 

Ist die solarisBank eher darauf bedacht, eigene Softwarelösungen im regulatorischen Bereich (Compliance, Risikomanagement) zu entwickeln, oder bevorzugen Sie (bzw. die solarisBank) fertige Lösungen von Drittanbietern? Haben Sie schon eine RegTech- Lösung im Einsatz?

Wir, die solarisBank, nutzen sehr gerne Softwarelösungen (SW), da wir uns als nahezu vollständig digitalisierte Bank verstehen wollen. Immer dort, wo es bereits SW gibt, die der Beschreibung unter 3. entsprechen, setzen wir sehr gerne Lösungen von Drittanbietern, wie z. B. die von Alyne, ein. Wir gehen eher noch einen Schritt weiter. Wir definieren uns als Ökosystem oder Marktplatz für Lösungen, die im Finanzbereich nachgefragt werden – und damit eben auch als Anbieter von RegTech-Prozessen.

 

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen / Chancen bei der Verwendung der RegTech- Technologien?

Effizienzsteigerungen im gesamten Bereich der Analyse, Umsetzung und Sicherstellung regulatorischer Anforderungen (siehe auch Antwort zu 2. + 3.). Stellen Sie sich vor, wenn Veröffentlichungen im Bundesgesetzblatt zu Anforderungen mehr oder weniger vollautomatisch Einfluss auf die Prozesse und/oder Anwendungen einer Bankanwendung nehmen und gleichzeitig die notwendige Dokumentation insbesondere für die Prüfer umgesetzt ist.

 

Glauben Sie, dass langfristig alle Banken mit RegTechs zusammenarbeiten werden?

Wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen: definitiv ja.

 

Was denken Sie, wie eine Compliance-Abteilung in der Zukunft aussehen wird?

Eine Mischung aus Compliance-, Legal-, Prozess- und IT-Experten, die in agilen Strukturen zusammenarbeiten. Die nächste Evolution wird dann sein, dass der Compliance-Officer „nur noch“ vor seinem Dash-Board sitzt und Exceptions bearbeitet.

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